Natürlich erhalten wir regelmäßig Manuskripteinsendungen von DebütautorInnen – und manchmal machen wir da ganz tolle Entdeckungen. Das ist aber eher die Ausnahme. Aus jahrelanger Erfahrung wissen wir mittlerweile, wie man ganz fix die Spreu vom Weizen trennt, denn es gibt ein paar untrügliche Anzeichen dafür, dass ein Projekt noch nicht ausgereift ist. Die wichtigsten haben wir hier mal aufgelistet – read and learn!

1. Rechtschreibfehler in der Betreffzeile wirken wenig durchdacht.

2. Auch darf man sich die Mühe machen, bei einem mehrfach versendeten Manuskript das „WG“ für „Weitergeleitet“ im Betreff zu entfernen, sonst fühlen wir uns so austauschbar.

3. Anhänge mit mehr als 10 MB kumuliert erscheinen überambitioniert.

4. Überhaupt, 800 Seiten sind zu viel für einen zarten ersten Kontakt.

5. Jede Drohung, dass man einen Bestseller verpasst, wenn man das Buchprojekt nicht einkauft, ist verdächtig.

6. „Dieses Buch ist für jeden was“ ist keine überzeugende Zielgruppenanalyse.

7. Einem Sachbuchverlag muss man keine Aphorismensammlungen schicken, und Komplimente für unser tolles Belletristikprogramm der letzten Jahre hinterlassen bei uns ein Fragezeichen.

8. Fast jede Datei verfügt über Metadaten, so zum Beispiel ein Erstellungsdatum. Ein Manuskript, das seit 2006 bereits nicht veröffentlicht werden konnte, dürfte man vielleicht auch mal loslassen.

9. Wenn schon jeder Satz im Anschreiben mit einem Ausrufezeichen endet, lässt das nichts Gutes für den Text erahnen.

10. Wenn das Material nach Zigaretten mufft, reagiert das feine LektorInnennäschen oft empfindlich.

… 11. Moment! Das Material sollte eigentlich nach gar nix riechen, denn digital ist an der Stelle besser – auch für den ökologischen Fußabdruck.