Unsere Autorin Claudia Schwartz war vom 13. bis zum 15. Juni in Israel und hat dort ihr Buch »Meschugge sind wir beide« vorgestellt. Hier berichtet sie uns darüber:

Jerusalem. Die Internationale Buchmesse. Tag 1.

Auf dem Regal der deutschen Bücher stand das Buch »Meschugge sind wir beide«. Die dazugehörende Autorin lag ungefähr vier Meter weiter auf dem Boden.

»Du entspannst dich. Ich kümmere mich um deinen Körper«, rief Fotograf Jan von Holleben mir zu, während er mich in die passende Position rückte. Ein kleines Grüppchen von religiösen Israelis hatte sich neugierig um uns herum geschart. Was treiben denn diese lustigen Deutschen auf dem Boden? Ein Fotoshooting. Mit den ebenfalls eingeladenen Autoren Jan Peter Bremer und Sacha Batthyany, lag ich gemeinsam auf dem roten Teppich und wir ließen uns von Katherina Rapp von der Frankfurter Buchmesse auf den Händen tragen – es hat so Spaß gemacht!

Meschugge sind wir beide Claudia Schwartz

Foto 1 © privat

  Foto 2 © Jan von Holleben

Ein paar Stunden später saß ich dann zwischen dem deutschen Botschafter, Dr. Clemens von Goetze, und meinem Mann Shaul auf weißen Plastikstühlen im Justice Club, einem dunklen Nachtclub, der sich auf dem Gelände der Internationalen Buchmesse befand. Vodka, Gin, Zigaretten & Co. lagen noch vom Vorabend in der Luft. Shaul und ich fühlten uns fast wie zu Hause – schließlich hieß die Paneldiskussion, zu der wir eingeladen wurden, auch »Berliner Runde«. Das Thema der Diskussion: die deutsch-israelischen Beziehungen natürlich! Die israelische Journalistin Netta Ahituv und die Schauspielerin Sara von Schwarze machten die Runde komplett.

Lautes Gelächter hallte durch den dunklen Nachtclub, als Shaul und ich eine Stelle aus unserem Buch gemeinsam vortrugen. Ich lächelte den hinteren Reihen zu. Der Vodka-Geruchsnebel hatte doch nicht etwa meine Wahrnehmung getrübt? Nein, tatsächlich! Da saßen wirklich zehn Nonnen im weißem Habit und lachten um die Wette. Mit ihnen kamen wir danach ins Gespräch. »Der kleine Textauszug vorhin war so vielversprechend, wir werden ihr Buch auf jeden Fall lesen!«, versicherten sie uns. Und der deutsche Botschafter? Er verabschiedete sich ebenfalls mit einem Buch unter dem Arm. »Darauf freue ich mich schon«, rief er uns noch grinsend zu, als er mit zügigen Schritten den Justice Club verließ.

Meschugge sind wir beide Claudia SchwartzFoto 3 © Goethe-Institut Israel/Cedric Dorin

Jerusalem. Die Internationale Buchmesse. Tag 2.

Diesmal ging es nur um »Meschugge sind wir beide«. Und das um 16:00 Uhr, als die Hitze gefühlt bei 34 Grad ihren Höhepunkt erreichte. Hätte ich bloß meine Strumpfhose und den dicken Rock in Berlin gelassen. Doch auf die Klimaanlagen in Israel konnte man sich zum Glück wie immer verlassen. So saßen wir mit der israelischen Journalistin Neta Halperin zusammen, plauderten über das Buch und hörten mit dem Publikum aufmerksam der Schauspielerin Natalie Fainstein zu, während sie aus dem Buch den angetrunkenen Berliner Pfarrer Manske auf Hebräisch zum Besten gab. Ich war ganz verrückt vor Freude als ich merkte, dass der Text auch in einer anderen Sprache funktionierte. Das schien den israelischen Zuhörern ähnlich zu ergehen – denn die erste Frage aus dem Publikum beim anschließenden Gespräch lautete: »When is the Hebrew version of the book coming out?!«.

Foto 4 © privat

Tel Aviv. Die Stadt, die niemals ruht. Tag 3.

Und wir ruhten auch nicht. Am letzten Tag unseres »Meschugge goes Israel-Abenteuers« lasen Shaul und ich auf Deutsch im Goethe-Institut. Ein Heimspiel sozusagen. Denn unter den zahlreichen Publikumsgästen sahen wir zu unserer Überraschung einige Gesichter, die uns auch schon die letzten zwei Tage zugehört und sich eine weitere Veranstaltung anscheinend nicht entgehen lassen wollten. Dafür waren sie sogar von Jerusalem nach Tel-Aviv gereist. So war dieser letzte Abend etwas ganz besonderes und ein großartiger Abschluss.

Meschugge sind wir beide Claudia SchwartzFoto 5 © privat

An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an Eden Books, die Frankfurter Buchmesse und ganz besonders an das Goethe-Institut Tel-Aviv für diese wundervolle Einladung. Es war uns ein Fest!

Zurück in Berlin sind Shaul und ich immer noch ganz aus dem Häuschen zu wissen, dass irgendwo in Israel irgendjemand unsere Lebens-und Liebesgeschichte gerade liest. Auf Deutsch.

Mehr meschugge geht nicht, oder?