Unsere Autor*innen bereisen die Welt, steigen aus, überwinden harte Schicksalsschläge und erzählen mutig ihre ganz persönlichen Geschichten. Wir stellen 5 Fragen, die alle Leser*innen brennend interessieren und die wir unseren Autor*innen selbst schon immer stellen wollten. Hier komen 5 Fragen an Eric O’Grey, Autor von »Peety – Ein Hund auf Rezept«.


Wie sah dein Leben vor Peety aus?

Mein Leben vor Peety war eine Katastrophe. Ich habe versucht, einen Tag nach dem anderen zu überstehen, war übergewichtig und nahm neben verschiedensten Medikamenten auch täglich die höchste Dosis Metformin gegen Diabetes ein. Ich fühlte mich einsam, hatte keine Freunde und seit 15 Jahren kein Date mehr. Die einfachsten Dinge, wie das Binden meiner Schuhe, eine Stunde lang irgendwo zu stehen oder hundert Meter zu gehen, versetzten mich schon in Atemnot. Es ging mir schlecht, ich war depressiv und wartete eigentlich nur auf den Tod.

Was war dein erster Gedanke, als dir die Ernährungsmedizinerin einen Hund verschrieben hat?

Als sie mir bei unserem ersten Termin prophezeite, nur mit veganer Ernährung alle meine Beschwerden in den Griff zu bekommen, war ich schon baff. Als sie dann noch vorschlug einen Hund zu adoptieren, kam ich aus dem Staunen kaum noch heraus.

Nach einem Jahr habt ihr beide die Hälfte eures Gewichts verloren. Wie sah euer »Trainingsprogramm« aus?

Zusätzlich zur Ernährungsumstellung war ich wirklich nur mit Peety spazieren – das will ich nochmal betonen. Der erste Spaziergang war allerdings grauenhaft. Wir konnten beide nur knapp hundert Meter gehen, bevor wir völlig erschöpft waren. Aber es wurde besser: Innerhalb von zwei Monaten schafften wir schon zwei Mal täglich etwa anderthalb Kilometer zu laufen.

Heute läufst du sogar Marathon und hast einen neuen Hund namens Jake. Lauft ihr nach wie vor zusammen?

Vor vier Jahren habe ich Jake aus dem Tierheim geholt. Wir gehen so oft joggen wie möglich – ungefähr fünf bis sechs Mal in der Woche. Ich habe dieses Training wirklich lieben gelernt und im Laufe der Jahre rannten Jake und ich mehrere Marathons. Nachdem mein Buch erschien, war es mein großer Traum, beim Boston Marathon mitzulaufen. Dafür braucht man allerdings eine Laufzeit von ungefähr vier Stunden auf insgesamt 42 Kilometern. Ich habe hart trainiert, um meine Laufzeit zu verbessern und beim Charleston Marathon Anfang 2019 war es soweit: Ich qualifizierte mich für den Boston Marathon im April 2020.

Uns ist zu Ohren gekommen, dass du nach der Veröffentlichung des Buches deine Highschool-Liebe wiedergetroffen hast und ihr mittlerweile sogar verheiratet seid. Kannst du uns mehr darüber erzählen?

Ja, das ist richtig. Kurz bevor das Buch in den USA erschienen ist, haben wir uns wiedergetroffen. Ein paar Monate später waren wir schon verheiratet. Was aber viel spannender ist: Auch Jaye war stark übergewichtig, als wir uns wiedersahen. Mit derselben Ernährungsumstellung und Spaziergängen mit Jake hat sie aber in zehn Monaten etwa vierzig Kilogramm abgenommen. Ich habe ihr beigebracht, vegan zu kochen und sie hat all ihre italienischen Familienrezepte angepasst. Für mich ist sie jetzt tausendmal schöner als damals mit 16 – das sage ich ihr auch oft. Wir sind nach wie vor schwer verliebt ineinander und werden hoffentlich bis an unser Lebensende glücklich zusammenleben.

Vielen Dank für deine Antworten, lieber Eric!


Wenn ihr mehr über »Peety – Ein Hund auf Rezept« erfahren wollt, schaut doch mal hier vorbei. Hier könnt ihr das Video von Eric und Peety sehen.