Unsere Autor*innen bereisen die Welt, steigen aus, überwinden harte Schicksalsschläge und erzählen mutig ihre ganz persönlichen Geschichten. Wir stellen 5 Fragen, die alle Leser*innen brennend interessieren und die wir unseren Autor*innen selbst schon immer stellen wollten. Hier komen 5 Fragen an Nena Schink, Autorin von »UNFOLLOW!«.


Wie viel Zeit am Tag hast du auf dem Höhepunkt auf Instagram verbracht?

Ich habe mehr als zwei Stunden täglich auf Instagram verbracht. Das sind 14 Stunden wöchentlich. 672 Stunden im Jahr. 28 Tage. Ein Monat jährlich. Hochgerechnet sind das fünf volle Jahre meines Lebens, verschwendet an Instagram. Heute verbringe ich nicht mehr als 20 Minuten am Tag auf Instagram und fühle mich so viel besser.

In welchen Momenten hat Instagram in dein reales Leben reingepfuscht?

Instagram hat mir viele Momente mit meinem Freund versaut. Anstatt gemeinsam den Augenblick zu genießen, musste er mich fotografieren. Danach hatten wir meist Streit, weil ich mich unzulänglich, dick, hässlich fühlte. Nicht nur im Privaten, auch in beruflicher Hinsicht hat mir mein Instagram Profil geschadet. Einmal bekam ich sogar mit, wie dank meiner Bikinibilder auf Instagram über meine Brustgröße fabuliert wurde.

Was genau macht Instagram so gefährlich?

Das Gefährliche an unserem Instagram-Ich ist, dass es unüberlegt private Inhalte teilt. Ohne mitzubekommen, wie der Zuschauer darüber denkt. Vor zehn Jahren wären wir alle miteinander fassungslos gewesen, wenn uns jemand erzählt hätte, welche privaten Dinge wir in Zukunft von uns Preis geben werden. Freiwillig. Öffentlich. Der Reiz von Instagram besteht darin, dass jeder sein Leben so präsentieren kann, wie er es gerne möchte. Doch das ist nicht immer zu unserem Vorteil. Teilweise schadet unser Instagram-Ich uns in der Realität massiv. Wie viele Offline-Begegnungen wir wohl verpassen, weil die Menschen uns dank unseres Insta-gram-Ichs gar nicht erst kennenlernen wollen und wie viele Vorurteile wir erst einmal beseitigen müssen? Wie viele Witze hinter unserem Rücken wohl über uns gemacht werden?

Hast du noch einen Tipp wie wir alle ein bisschen weniger Zeit auf Instagram verbringen können?

Ganz einfach: Timer stellen. Als ich das erste Mal die Funktion »Deine Aktivität« auf Instagram entdeckte, war ich schockiert über meine Zeit. Seitdem habe ich einen Wecker. Meiner ist auf 30 Minuten eingestellt. Sobald ich diese Zeit erreicht habe, schließe ich die App. Da bin ich rigoros. Mein Timer erinnert mich täglich daran wie kostbar meine Lebenszeit in der Realität ist.

Wie kann man lernen Distanz zu den scheinbar realen Inhalten zu wahren?

Indem man mehr Zeit in der Realität verbringt, sich immer wieder vor Augen führt, dass Instagram eine Scheinwelt ist und seine eigene Instagram Nutzung konstant hinterfragt.

Vielen Dank für deine Antworten, liebe Nena!


Wenn ihr mehr über »UNFOLLOW!« erfahren wollt, schaut doch mal hier vorbei.

Unfollow Cover Instagram