Wenn wir lesen, verlieren wir uns in Emotionen. Jedes Buch ruft Gefühle in uns hervor, bringt uns zum Lachen, zum Weinen, zum Nachdenken, macht uns wütend, inspiriert oder lässt uns in unseren Träumen schwelgen. In unserer Reihe »Das B(a)uchgefühl« stellen wir ein Gefühl in den Fokus und zeigen euch drei Bücher, die genau diese Emotion widerspiegeln. Das heutige B(a)uchgefühl: Sehnsucht.

Wenn das Sehnen zur Sucht wird


»Das Amt des Dichters ist nicht das Zeigen der Wege, sondern vor allem das Wecken der Sehnsucht.«
Hermann Hesse

Dieses kleine innere Ziehen, wenn wir uns nach etwas sehnen, kennen wir alle. Es kratzt an einer bestimmten Stelle unseres Herzens und gaukelt uns vor, ein Loch zu sein, was wir nicht füllen können. Es scheint unüberwindbar und schmerzlich, aber gleichzeitig herzzerreißend schön und unverzichtbar. Das Wunderliche an der Sehnsucht ist, dass wenn ein Verlangen real wird, es seine Magie verliert. Der wunderbarste Ort, die tollsten Menschen und die größte Vorfreude werden dann einfach ein Teil der Realität. Die Sehnsucht wird zu einer glänzenden Erinnerung und macht Platz für neue Träume. Allerdings kann das kleine Ziehen der Sehnsucht auch zu einem ausgewachsenen Zerren werden. Ein Zerren, das wie Sturmböen in unser Gesicht peitscht und uns am Vorwärtskommen hindert. Wenn die Sehnsucht einen mit ihren Klauen fest im Griff hat, besteht die Gefahr, nur mit Tunnelblick zu sehen, wonach man sich sehnt und dabei zu vergessen, was man tatsächlich hat.

Bücher für Sehnsüchtige

In den drei folgenden Büchern haben die Protagonist*innen eine Entscheidung getroffen, die ihr ganzes Leben verändert hat. Sie sind ihren Sehnsüchten gefolgt.
Da haben wir einmal Veronika, die in »In der Ferne liegt das Glück« erzählt, wie sie die Sehnsucht zu ihrer großen Liebe nach Tobago gezogen hat, wo sie heute mit ihren Pferden glücklich lebt.
Und Katharina beschreibt in »Bergsommer«, wie sie ihren Job gekündigt und ihr Leben in der Großstadt gegen Sommermonate auf einer Schweizer Alp getauscht hat – mit vielen Kühen und ganz ohne Internet.
Im dritten Buch voller Sehnsucht »Unsere Glückszahl ist die Zwei« erfahren die Leser*innen von Franziska, wie der unerfüllte Wunsch nach einem Kind ihr schmerzhafte Jahre beschert hat, bis sie und ihr Mann sich mit der Lücke in ihrem Leben abfinden konnten.

Drei wunderbare Geschichten, die das B(a)uchgefühl Sehnsucht auf ganz unterschiedliche Weise zum Ausdruck bringen.



Wann packt dich die Sehnsucht und wie gehst du damit um?