Die Suche nach der Liebe, großen Gefühlen und kleinen Abenteuern hat sich in die digitale Welt verlagert. Apps wie Tinder, OkCupid, Grinder und Once präsentieren uns die potenziellen Liebschaften wie Vorspeisenhäppchen auf dem Bildschirm. Ergibt sich ein Match, plaudert man manchmal ein wenig im Chat, tauscht Telefonnummern aus und trifft sich vielleicht in einer gemütlichen Bar. Läuft es gut, trifft man sich erneut. Sollte es irgendwann nicht mehr gut laufen, kommt die unangenehme Situation, dem oder der anderen genau das sagen zu müssen. Oder eben auch nicht. Ghosting, Orbiting, Benching … schon einmal was davon gehört? Nein? Gar kein Problem! Ein Glück hat Lina Mallon diese neuen Arten jemandem eine Abfuhr zu erteilen, in ihrem Buch »schnell.liebig« für euch zusammengefasst und erklärt:

Ghosting

»Ich will dich nicht wiedersehen und es dir auch nicht erklären!«

Soft ghosting

»Ich will dich nicht wiedersehen und es dir auch nicht erklären, aber dir manchmal noch betrunkene Nachrichten schreiben.«



Benching

»Ich will dich nur wiedersehen, wenn ich nichts Besseres finde, aber das kann ich dir natürlich jetzt nicht so erklären. Also: Warte bitte, ich melde mich wieder!«

Orbiting

»Ich will dich nicht wiedersehen, aber ich will wissen, was du machst, darum schaue ich mir weiterhin deine Storys und Postings an. Falls ich dabei etwas like, mach dir keine Hoffnungen, das war ein Versehen.«

Mosting

»Ich will dich vermutlich nicht wiedersehen, aber vorher will ich noch mit dir schlafen, also verspreche ich dir jetzt alles, was ich nie vorhabe, zu halten!«

Warum läuft das so?

»Kann es sein, dass wir daten, wie wir Prospekte durchblättern, wie wir nur die Headline lesen, weil unsere Aufmerksamkeitsspanne für den Rest nicht ausreicht? Wie sollen wir uns auf einen ganzen Menschen einlassen, wenn wir uns ja kaum noch auf einen Artikel, der länger als eine Instagram-Caption ist, konzentrieren können? Oder liegt unser mangelndes Durchhaltevermögen, die Sprunghaftigkeit oder die übersättigte Langeweile vielleicht sogar daran, dass wir nach den reißerischen Überschriften, nach den Kurzgeschichten, die uns angezogen haben, einfach keine echten Menschen mehr finden? Gar nicht finden wollen?«