Seit über einem Monat arbeiten wir bei Eden Books von zu Hause. Wir sehen uns ausschließlich über Videokonferenzen und arbeiten an Orten, an denen wir sonst eigentlich wohnen. Wir laden unsere Kolleginnen über die Webcam in unsere persönlichen Räume ein und sind irgendwie doch sehr weit voneinander entfernt. Es wird Zeit für ein Resümee: Was wir im Homeoffice lieben und was wir absolut schrecklich finden, lest ihr hier.

Jennifer, Verlegerin

Der absolute Luxus in dieser Zeit: Morgens ohne Weckerklingeln aufwachen – ich habe meine innere Uhr gefunden, die klingelt um sieben ganz von allein. Wenn die Schule für meine Kinder wieder losgeht, wird das sicherlich eine echte Umstellung, da beginnt der Tag schon um sechs Uhr.

Was beim Homeoffice echt praktisch ist: Man kann beim Telefonieren noch so viel erledigen! Blumen gießen, Wäsche falten, die Nudelsoße umrühren, Katzen streicheln – alles kein Problem, weil beinahe auf der Instinktebene verankert und einhändig machbar.

Ich freue mich trotzdem darauf, wenn wir unsere Team-Meetings montags wieder im Büro stattfinden lassen – früher eine Selbstverständlichkeit, heute kommt es mir wie der größte Luxus vor! Selbst die beste Videokonferenz-Software ersetzt nicht alle Sinne, mit denen wir einander erfassen. Und Augenkontakt, so richtiger, echter, das wäre auch mal wieder schön.


Marion, Presseabteilung

Ich bin eigentlich lieber im Büro, als im Homeoffice, deshalb freue ich mich darauf, wenn wir endlich wieder alle zusammen arbeiten können. Man kann sich so schneller austauschen und es bringt einfach auch mehr Spaß gemeinsam zu arbeiten, Mittag zu essen und sich über Erfolge zu freuen. Mir fehlt sogar der Arbeitsweg, ich fahre jetzt viel weniger Rad.

Trotzdem gibt es natürlich auch schöne Seiten am Homeoffice, man muss sich nicht mehr Ganzkörper präsentabel machen, man kann sich besser konzentrieren und man kann es sich auf dem Balkon gemütlich machen. Trotzdem – mir fehlt sogar der Büro-Kaffee.


Juliane, Projektmanagement

Morgens bis zehn Minuten vor Arbeitsbeginn im Bett liegen und noch schnell ein paar Seiten lesen, dann im Pyjama und mit ungewaschenen Haaren an den Rechner, nebenbei das Müsli futtern – diese Dinge liebe ich am Homeoffice. Trotzdem vermisse ich auch unser Büro in Berlin-Mitte, ganz besonders die Kolleginnen, den Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit, den ersten Outdoor-Afterwork-Aperol-Spritz des Jahres. Letzteren kann man ja hoffentlich irgendwann nachholen und solange begnüge ich mich mit Geleebananen im Homeoffice.


Hannah, Veranstaltungen & Presse

Das Beste am Homeoffice ist gleichzeig auch das Verhängnisvollste: Die Nähe zur eigenen Küche. Ich genieße es, jeden Morgen die Zeit zu haben, mir ein vollwertiges Frühstück machen zu können. Zwischendurch gibt es leckeren Kaffee und immer wieder kleine Snacks. Das kann aber auch ganz schon ablenken, wenn man sich immer wieder magisch vom Kühlschrank angezogen fühlt.

Als ziemlich nervig empfinde ich die unstete Internetverbindung. Man braucht für manche Aufgaben einfach wesentlich länger, nur weil irgendetwas nicht so schnell lädt, wie man es sonst aus dem Büro gewohnt ist. Generell habe ich in den letzten Wochen meinen Arbeitsplatz im Verlag richtig zu schätzen gelernt. Ein großer Schreibtisch, ein bequemer Stuhl und eine schnelle und stabile Internet- und Serververbindung sind wirklich Gold wert. Und dann fehlen natürlich einfach die lieben Kolleginnen. Absprachen sind so viel schneller und schöner getroffen, wenn man nur kurz rüberrufen oder an die Tür des Nachbarbüros klopfen muss. Und manchmal braucht es einfach einen kleinen, lustigen Plausch zwischendurch.

Wenn ich deshalb ein bisschen Aufmunterung im Homeoffice brauche oder mir kurz den Kopf durchpusten muss, dann schmeiße ich mir laut Musik an und tanze ein paar Minuten wild durch die Wohnung. Eine Tanzeinlage diesen Ausmaßes würde es von mir im Büro wahrscheinlich nicht geben. Und die Nachbarn haben sich bislang zum Glück auch noch nicht beschwert.


Chiara, Online-Marketing

Seien wir ehrlich, sich am Mittwoch um 16:00 Uhr ein Glas Wein einzuschenken, dabei eine Schlafanzughose zu tragen und mit dem Laptop auf der heimischen Couch zu arbeiten, verleiht ein verheißungsvolles Gefühl von Freiheit. Bei mir hat dieses Gefühl ungefähr eine Woche angehalten, bis ich Rückenschmerzen vom Couchpotato-Dasein bekommen habe, mir ein wenig schäbig vorgekommen bin und mir wieder bewusst wurde, warum ich nicht jeden Abend trinken sollte. Obwohl es schon fast an Rekord grenzt, wie viele gemütliche Hosen ich besitze, bin ich dann doch dazu übergegangen mich wieder ordentlich anzuziehen und ab und zu mal an die frische Luft zu gehen.

Als ich meinen neuen Alltag endlich gefunden hatte, taten sich auf einmal ganz neue Möglichkeiten auf. Stundenlanges Lesen, morgens gemütlich im Bett einen Kaffee trinken und sich die Tage einfach mal ganz flexibel einzuteilen ohne Verpflichtungen und Termine. Das Beste daran ist: Ich habe keine Angst etwas zu verpassen, weil ja sowieso alle zu Hause sind.

Aber so langsam reicht es auch wieder. Ich vermisse meine Kolleg*innen, unsere gemeinsamen Mittagspausen und sogar den Weg zur Arbeit. Ich habe wirklich unterschätzt wie wichtig es ist, jeden Tag herauszukommen. Aber vielleicht kann ich auch etwas aus dieser Krise mitnehmen und meinen Alltag ein wenig entschleunigen.


Nina, Projektmanagement

Homeoffice bedeutet für mich zuallererst: mehr Ruhe. Das ist zwar sehr schön, um konzentriert zu arbeiten, aber das Gespräch mit den Kolleg*innen zwischendurch fehlt natürlich sehr. Wir bleiben zwar über diverse Kommunikationskanäle in Kontakt, aber das ersetzt leider nicht die gemeinsame Mittagspause.

Aber immerhin koche ich jetzt fast jeden Tag etwas frisches zum Mittag und kann bei dem tollen Wetter in den letzten Wochen auf dem Balkon essen und auch arbeiten. Und ein Spaziergang an der frischen Luft ist auf jeden Fall ein schöne Ablenkung, wenn man mal einen Durchhänger hat.

Insgesamt werde ich in Zukunft das Homeoffice bestimmt öfter nutzen, freue mich aber auch sehr auf den Tag, wenn wir endlich wieder alle zusammen im Büro sind!


Julia, Lektorat

Ich finde es schön, ab und zu im Homeoffice zu arbeiten. Der Arbeitsweg fällt weg, die Frisur muss nicht sitzen und ich kann meinen Pflanzen beim Wachsen zusehen.

Nach 6 Wochen würde ich aber gerne wieder ins Büro gehen! Ich vermisse die persönlichen Gespräche und Meetings mit den lieben Kolleginnen und das gemeinsame Mittagessen. Wir sehen uns zwar regelmäßig im Video-Chat, das ist aber einfach nicht dasselbe.

Außerdem ist Homeoffice in Zeiten von Corona anders als sonst. Während ich diese Zeilen schreibe, liegt mir mein 7-Jähriger im Ohr, der unbedingt JETZT eine Mail schreiben möchte, an meinem Computer natürlich (das hat er dann auch getan, und ich habe meine Deadline für die Abgabe dieser Zeilen verpasst).

Ich würde gerne mal wieder in Ruhe an meinem Schreibtisch sitzen und unseren guten Büro-Kaffe trinken. Und wenn ich das eine Weile gemacht habe, gehe ich bestimmt wieder gerne gelegentlich ins Homeoffice.