Unser Autor Marian Grau erzählt

aus seinem letzten Jahr als Debütautor von „Bruderherz“

In der Weihnachtszeit kann es gar nicht schnell genug gehen… Alles rennt, auf zu den letzten Terminen, auf in die Einkaufszentren. Geschenke kaufen, Karten versenden, dem Zahnarzt beim letzten Termin in diesem Jahr ein frohes Neues wünschen und dazwischen irgendwie Vorfreude auf das Fest entwickeln. Alles hastet nur so von Ort zu Ort, freut sich, wenn es wieder rum ist und jeder an diesem einen Abend unterm Baum sitzt.

Ich merke selber, wie auch ich mich in dieser Jahreszeit tagtäglich stresse. Denn eigentlich sollte ich gerade Gemeinschaftskunde lernen. Oder Mathe. Und Englisch schreibe ich am Donnerstag auch noch.

…Aber dann rutschte eine Mail meiner Lieblingsprojektkoordinatorin Kathrin ins Postfach – und wusch sitze ich nicht mehr über meinem Politikbuch, sondern vor meinem Rechner und schreibe diesen Blogartikel. Und ja, die Zeit nehme ich mir jetzt.

In den letzten Monaten war so einiges bei mir los

Im Radio durfte ich sein, Kamerateams waren bei mir zuhause und haben mich (aber vor allem den unglaublich fotogenen Hund) gefilmt und interviewt, in Zeitschriften fand sich Marlons und meine Geschichte.

Liebe Menschen haben mir geschrieben – direkt per Post oder Direktnachricht auf den sozialen Netzwerken, indirekt als Rezension  – gerührt und bewegt.

Auf der unfassbar großen TED-Bühne durfte ich stehen, vor 800 Menschen. Meine Güte, was hab ich mir in die Hose gemacht! Kurz vorher war ich überzeugt, dass man echt verrückt sein muss, um sich dort hinaus zu stellen. Dann ging ich da raus, stellte mich dort hin, erzählte von Marlon und alldem, was wir zu sagen haben und hinterher stand fest: Ja, man muss verrückt sein. Und ich bin es auch.

Lesungen habe ich in 2018 veranstaltet – ganz viele! Sechzehn Stück an der Zahl und ja, ich zähle da genau mit. Viele viele Menschen haben sie besucht (nein, die genaue Zahl weiß ich nicht) und ich bin stolz auf jede/n Einzelne/n.

Warum? Weil da schon was dazu gehört, auf diese Lesungen zu gehen. Ich spreche dort neben dieser unfassbar geilen Welt, die wir unser Zuhause nennen dürfen, auch über den Tod, über große Ungerechtigkeiten – gerade für selbst betroffene Familien ist das sicher nicht einfach.

Und doch kommen sie, die Menschen – Betroffene und einfach Neugierige – lauschen Marlons Geschichten und erzählen mir anschließend beim Signieren ihre Geschichten. Und es ist so wunderbar, zu sehen, wie das Buch bewegt. So wunderbar, zu wissen, dass mein Bruder nicht verschwunden ist. Dass er immer noch bewegt, immer noch inspiriert (nicht nur mich) und immer noch in den Herzen der Menschen weiterlebt. Und so lange wie es mich gibt, werde ich auch dafür sorgen, dass er nicht in Vergessenheit gerät. Dass er immer mit dabei ist.

Seit ein paar Tagen bin ich nun also auch noch Preisträger… Neben mir steht ein Scheck und da steht mein Name drauf. “Bruderherz” hat den Jugendsachbuchpreis 2018 gewonnen und bald klebt sogar so ein kleiner Sticker auf jedem Buch. #goals

Ich glaube, damit tapeziere ich mein Zimmer neu.

Tapetenwechsel

Und ja, ich denke, das ist ein ganz gutes Stichwort: Tapetenwechsel. Gerade in der Vorweihnachtszeit einmal alles stehen und liegen lassen, Zeit für sich selbst nehmen. Mal das unfassbar raue Wetter genießen, im Regen (vorzugsweise Schnee) tanzen, sich vom Wind ‘nen Schnuppen holen und ihn bei einer Tasse Tee schnell wieder auskurieren. Weihnachtszeit sollte eine friedliche, schöne Zeit sein. Ohne Stress und Druck. Zeit für die Familie, für alles, was uns in 2018 viel bedeutet hat, das Jahr Revue passieren lassen und dankbar dafür zu sein.

Und das mache ich jetzt auch. Ich bin auch dankbar für dieses Jahr, das mir so viele unvergessliche Erfahrungen und Begegnungen beschert hat. Ich bin dankbar für jeden Schweißtropfen, den ich vor einem Auftritt geschwitzt und jeden Freudenschrei hinterher. Dankbar für jedes liebe Wort, das mich ereilt hat und dankbar für all die Menschen, die 2018 für mich ganz besonders gemacht haben. Allen voran: meinem Bruder Marlon, dem besten Bruder aller Zeiten.

Eine wunderschöne Weihnachtszeit!

Mehr von Marian: www.geomarian.de

Bis Freitag, 7.12., 12 Uhr läuft außerdem noch unser Gewinnspiel auf Instagram